Crailsheim. Die Vorbereitungen der Crailsheim Praetorians auf die American-Football-Saison 2026 laufen auf Hochtouren – und auch im Coaching-Staff nimmt die finale Struktur zunehmend Gestalt an. Mit Roman Janczyk gewinnen die „Men in Purple“ einen erfahrenen Football-Mann für eine Schlüsselrolle in der Offensive: Der langjährige Spieler und Coach übernimmt zur kommenden Spielzeit die Position des Offense Coordinators und wird zugleich als Positionscoach für Wide Receiver (WR) und Quarterbacks (QB) verantwortlich sein.
In den vergangenen Jahren hatte Thomas Kaiser die sportliche Leitung maßgeblich geprägt. Der Offensive-Spezialist, der zugleich als Headcoach fungierte, führte die Praetorians zweimal zur Vizemeisterschaft und konnte in seinen bisherigen Spielzeiten stets positive Saisonbilanzen vorweisen. Durch den Rücktritt des ersten Vorsitzenden Oliver Steglich aus persönlichen Gründen wurde jedoch ein wichtiger Posten im Verein frei – eine Aufgabe, die nun ebenfalls in Kaisers Verantwortungsbereich fällt. Kaiser kündigte deshalb bereits an, sich auf sportlicher Ebene künftig etwas zurückzunehmen. Die Suche nach einer passenden Nachfolge im Coaching-Bereich erwies sich als anspruchsvoll: Ein Headcoach oder Coordinator müsse nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch zur Philosophie des Teams passen, hieß es aus Vereinskreisen.
Nach intensiven Gesprächen mit mehreren Kandidaten sind die Praetorians nun fündig geworden – und setzen dabei auf ein bekanntes Gesicht: Roman Janczyk stand bereits in der vergangenen Saison für Crailsheim auf dem Feld und konnte sich so ein Bild vom Team, dem Trainerstab und dem gesamten Vereinsumfeld machen. Die Verantwortlichen setzen auf Kontinuität – und auf einen Mann, der die Mannschaft nicht erst kennenlernen muss.
Vom Jugendplakat zur Football-Laufbahn
Janczyks Football-Weg begann früh: Mit 15 Jahren wurde er – ausgelöst durch ein Plakat in Heidenheim – Teil der damaligen Jugend der Ulmer Spatzen. Nach einer Pause führte ihn seine sportliche Laufbahn später in das Gründungsjahr der Ostalb Highlanders, wo er nach einem herausragenden Fang im Wintertraining als Tight End eingesetzt wurde.
1998 zog es ihn nach Mittelfranken in die Nähe von Ansbach. Dort spielte er ein Jahr in der GFL 1 bei den Franken Knights – eine Zeit, die ihm vor allem wegen der großen Fluktuation in Erinnerung blieb: „Das Schlimmste war tatsächlich, dass ich nach einem Jahr keinen einzigen Spieler kannte“, berichtet Janczyk rückblickend.
2001 folgte der Wechsel zu den Ansbach Grizzlies – und damit der Start in eine besonders prägende Phase. In Ansbach übernahm er nahezu jede Rolle, die ein Football-Team bieten kann: offensiv wie defensiv, auf dem Feld wie im Ehrenamt. „Bis auf die Position des Kassenwarts und Kickers habe ich alles gemacht“, beschreibt Janczyk seinen vielseitigen Einsatz. Parallel blieb er ein „Weltenbummler“ – und fand im Football dennoch immer eine Heimat. In Spielzeiten, in denen in Ansbach keine Saison anstand, bot er sich als Spieler auch bei anderen Vereinen an, unter anderem in Crailsheim bei den Titans, in Nürnberg bei den Rams sowie beim Wolfpack Bad Mergentheim.
Aus der Zeit bei den Crailsheim Titans kennen sich Janczyk und Kaiser bereits – ein Vorteil, der nun im Coaching-Alltag wichtig werden dürfte. Von Beginn an sei die Kommunikation stimmig gewesen, heißt es aus dem Umfeld der Praetorians.
Neue Aufgaben: Koordination des Angriffs und Playbook-Arbeit
Als Spieler war Janczyk in der Offense wie auch in der Defense auf unterschiedlichen Positionen aktiv – am liebsten jedoch als Tight End. Später kam der Bedarf und der Gedanke hinzu, Quarterback zu spielen. In der vergangenen Saison stand er schließlich für Crailsheim als QB und Tight End auf dem Feld.
In der Saison 2026 verlagert sich der Schwerpunkt nun klar in die Coaching-Arbeit: Als Offense Coordinator übernimmt Janczyk die gesamte Koordination des Angriffs – von der Spielerbesetzung über die Trainingsinhalte bis hin zur Ausarbeitung des Playbooks. Gerade bei den Spielzügen ist eine enge Zusammenarbeit mit Thomas Kaiser vorgesehen; beide wollen gemeinsam Zeit in Struktur, Systematik und Anpassungen investieren.
Für Kaiser bedeutet die Verstärkung eine spürbare Entlastung. „Ich freue mich, dass Roman unserem Team weiter erhalten bleibt. Mit ihm haben wir einen erfahrenen Mann, der weiß, wie man mit Spielern umgeht, und der unsere gemeinsame Philosophie vertritt“, wird Kaiser zitiert.
Saisonstart am 25. April in Konstanz
Viel Zeit zum Einspielen bleibt dennoch nicht: Die Praetorians starten am 25. April 2026 mit einem Auswärtsspiel bei den Konstanz Pirates in die Saison – einem Team, das aus der Oberliga abgestiegen ist und entsprechend ambitioniert auftreten dürfte. Bis dahin gilt für Spieler und Trainer gleichermaßen: Arbeit im Training, Feinschliff im System und ein Coaching-Staff, der nun mit Erfahrung und klarer Rollenverteilung in die entscheidende Phase der Vorbereitung geht.
